Wie kann man beim Zaunkauf sparen?
Bei der Auswahl eines Zauns spielen viele Dinge eine Rolle. Er soll zu unserem Haus passen, unserem Geschmack entsprechen und sich am Ende auch wirklich wie ein Teil unseres Zuhauses anfühlen. Und natürlich sollte das Design so zeitlos sein, dass es uns auch in vielen Jahren noch gefällt.
Mindestens genauso wichtig ist für mich aber ein anderer Punkt: die Qualität.
Denn machen wir uns nichts vor: Ein Zaun ist keine kleine Investition. Wir kaufen ihn nicht für kurze Zeit.
Bei der Planung eines Zauns können wir aber durchaus sparen. Langfristig sogar eine Menge Geld. In diesem Artikel möchte ich eine Möglichkeit zeigen, wie das beim Zaunkauf gelingen kann.
Die Lösung ist eigentlich ganz einfach:
Wir sollten einen Zaun wählen, den wir nicht schon nach ein paar Jahren wieder ersetzen müssen.
Denn was bringt uns ein niedrigerer Anschaffungspreis, wenn sich nach ein paar Wintern die ersten Roststellen zeigen und sich anschließend weiter ausbreiten? Oder wenn nach einigen Sommern unter starker Sonneneinstrahlung die Beschichtung beginnt abzublättern und die darunterliegende Schicht freigelegt wird?
Wenn wir wirklich langfristig planen, lohnt es sich deshalb, neben Preis, Farbe und Design auch auf einen Punkt zu achten, den man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht sieht: Wie wurde der Zaun hergestellt und welchen Korrosionsschutz hat der Stahl erhalten?
Bei Draht Renker spielen bei unseren Doppelstabmatten und den dazugehörigen Toren zwei Verfahren eine wichtige Rolle: Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung.
Doch was bedeuten diese Begriffe eigentlich? Und noch wichtiger: Warum sind sie entscheidend, wenn wir einen Zaun möchten, der uns viele Jahre begleiten soll?
Feuerverzinkung – Schutz direkt am Stahl
Die Feuerverzinkung dient dem dauerhaften Korrosionsschutz von Stahl- und Eisenbauteilen. Dabei erhält der Stahl einen metallischen Zinküberzug.
Das Zink schützt den darunterliegenden Stahl auf zwei Arten:
Passiver Korrosionsschutz – Barrierewirkung:
Die Zinkschicht bildet eine Art Schutzbarriere und trennt den Stahl von korrosiven Einflüssen aus seiner Umgebung.
Aktiver Korrosionsschutz – kathodischer Schutz:
Zink wirkt gegenüber Stahl als sogenannte Opferanode und schützt freiliegende Stahlbereiche elektrochemisch.
Einfacher gesagt: Das Zink bedeckt den Stahl nicht nur. Wird an einer kleinen Stelle Stahl freigelegt, kann das umliegende Zink diesen Bereich weiterhin schützen. Eine kleinere Beschädigung bedeutet also nicht automatisch, dass genau dort sofort die Korrosion beginnt.
Häufig gestellte Fragen
Ist Weißrost auf einem verzinkten Zaun gefährlich?
Leichter Weißrost beeinträchtigt die Schutzwirkung der Zinkschicht normalerweise nicht. Er ist nicht mit rotem Rost am Stahl gleichzusetzen.
Kann Weißrost entfernt werden?
Leichter Weißrost kann vorsichtig mit einer weichen Nylonbürste entfernt werden. Harte Drahtbürsten und aggressive Reinigungsmittel sollten vermieden werden.
Was kann ich tun, wenn mein Zaun bereits rostet?
Kleine Roststellen können gereinigt und mit einem geeigneten Korrosionsschutz sowie Reparaturlack behandelt werden. Bei größeren Schäden empfehlen wir eine fachliche Beurteilung.
Kann eine beschädigte Pulverbeschichtung repariert werden?
Kleine Kratzer oder Beschädigungen können mit einem passenden Reparaturlack ausgebessert werden. Die Stelle sollte möglichst früh behandelt werden, damit keine Feuchtigkeit eindringt.Wie funktioniert die Feuerverzinkung?
Damit sich ein geeigneter Zinküberzug bilden kann, wird der Stahl zunächst in mehreren Schritten vorbereitet:
- Entfetten – Fette und Verschmutzungen werden entfernt.
- Beizen – Zunder und Oxide werden von der Oberfläche entfernt.
- Spülen
- Fluxen – mit einem Flussmittel wird die Oberfläche auf die anschließende Benetzung mit Zink vorbereitet.
- Tauchen in flüssiges Zink bei ca. 450 °C
- Abkühlen und gegebenenfalls Nachbehandlung
Während des Tauchvorgangs bildet sich ein metallurgisch gebundener Schichtaufbau aus mehreren Eisen-Zink-Legierungsschichten und einer äußeren Reinzinkschicht.
In der Praxis bedeutet das: Das Zink liegt nicht einfach wie eine dünne Schicht auf dem Stahl. Während des Prozesses entstehen zwischen Stahl und äußerer Zinkschicht mehrere fest miteinander verbundene Schichten, die gemeinsam für den Korrosionsschutz sorgen.
Die Anforderungen an feuerverzinkte Überzüge hinsichtlich Schichtdicke, Haftung, Fehlstellen und Prüfverfahren sind in der DIN EN ISO 1461 geregelt.
Warum sieht nicht jede verzinkte Oberfläche gleich aus?
Wer schon einmal feuerverzinkten Stahl gesehen hat, hat vielleicht bemerkt, dass die Oberfläche nicht immer vollkommen gleich aussieht. Sie kann silbrig glänzend, hellgrau, matt oder auch dunkler grau erscheinen.
Diese Unterschiede können unter anderem durch die Zusammensetzung des Stahls, die Abkühlbedingungen und die Ausbildung der Zinkschicht entstehen. Auch sichtbare Zinkkristalle, netzartige Strukturen sowie wolkige oder fleckige Muster sind möglich.
Solche optischen Unterschiede beeinträchtigen die Qualität oder Schutzwirkung der Verzinkung nicht. Die Hauptaufgabe der Feuerverzinkung ist schließlich der Korrosionsschutz.
Und was ist Weißrost?
Weißrost kann sich in Form weißlicher Flecken auf der Zinkoberfläche zeigen. Er kann entstehen, wenn Zink mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt und gleichzeitig nur wenig Sauerstoff vorhanden ist – zum Beispiel bei gestapelten Bauteilen oder durch Folienkontakt.
Wichtig: Das ist nicht dasselbe wie Rost am Stahl selbst. Bei leichtem Weißrost und ausreichender Zinkschichtdicke bleibt die Schutzfunktion des Zinküberzugs erhalten.
Pulverbeschichtung – wenn Schutz auf Design trifft
Metalle können auch mit organischen Beschichtungen vor Korrosion geschützt werden. Neben klassischen Nasslacken ist die Pulverbeschichtung ein solches Verfahren.
Die Pulverbeschichtung ist ein besonders widerstandsfähiges Verfahren und nahezu frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Sie dient in erster Linie dem dauerhaften Korrosions- und Verschleißschutz und schützt die Oberfläche zusätzlich vor mechanischen, chemischen und witterungsbedingten Beanspruchungen. Gleichzeitig erfüllt sie natürlich auch eine gestalterische Funktion: Mit ihr lassen sich Farbe, Glanzgrad und Oberflächenstruktur bestimmen.
Wenn wir also einen schönen anthrazitfarbenen oder grünen Zaun sehen, hat die farbige Oberfläche nicht nur eine optische Funktion. Die Technologie dahinter ist gleichzeitig ein Teil des Schutzsystems des Zauns.
Wie entsteht eine pulverbeschichtete Oberfläche?
Der Prozess besteht aus drei wesentlichen Schritten.
Zunächst wird das Bauteil gereinigt und entfettet und je nach Anforderung gestrahlt oder chemisch konvertiert. Dadurch wird die Oberfläche so vorbereitet, dass die spätere Beschichtung optimal haften kann.
Anschließend wird das Pulver elektrostatisch aufgetragen.
Im letzten Schritt kommt das Bauteil in den Ofen. Dort schmilzt und polymerisiert das Pulver und bildet eine geschlossene, haftfeste Schutzschicht.
Das heißt: Am Ende bleibt keine lose Pulverschicht auf dem Zaun zurück. Durch die Wärme entsteht eine zusammenhängende, stabile Beschichtung, die dem Zaun sein endgültiges Erscheinungsbild verleiht und gleichzeitig zum Schutz der Oberfläche beiträgt.
Pulver ist nicht gleich Pulver
Je nach Einsatzbereich kommen unterschiedliche Pulvertypen zum Einsatz.
Epoxidpulver besitzt eine hohe chemische Beständigkeit und wird überwiegend im Innenbereich eingesetzt. Polyesterpulver zeichnet sich durch eine gute UV- und Witterungsbeständigkeit aus und eignet sich deshalb besonders für Außenanwendungen. Darüber hinaus gibt es unter anderem Epoxid-Polyester-Hybridpulver und thermoplastische Pulver.
Die Wahl des Pulvers beeinflusst unter anderem die UV-Stabilität, Temperaturbeständigkeit und die mechanischen Eigenschaften der Beschichtung.
Bei einem Außenzaun ist das besonders wichtig: Seine Oberfläche muss nicht nur Regen und Feuchtigkeit standhalten, sondern ist Jahr für Jahr auch Sonneneinstrahlung und wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt.
Wie wird die Qualität überprüft?
Eine schöne Oberfläche allein sagt noch nicht alles über die Qualität einer Beschichtung aus.
Zur Überprüfung der Schutzfunktion einer Pulverbeschichtung werden unter anderem Schichtdicke, Haftfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit geprüft.
Das ist wichtig, denn diese Eigenschaften können wir einem fertigen Zaun von außen nicht unbedingt ansehen – langfristig spielen sie jedoch eine wesentliche Rolle dabei, ob die Beschichtung ihre Aufgabe zuverlässig erfüllt.
Beides zusammen: das Duplex-System
Und jetzt kommen wir zum vielleicht wichtigsten Teil des Ganzen.
Feuerverzinkung + Pulverbeschichtung = Duplex-System.
Die beiden Verfahren sind keine Alternativen zueinander. In Kombination ergänzen sie sich.
Das Zusammenspiel aus Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung sorgt für einen deutlich erhöhten Korrosionsschutz und eine wesentlich längere Schutzdauer, insbesondere im Außenbereich.
Einer der größten Vorteile wird besonders verständlich, wenn der Zaun einmal beschädigt wird.
Bei einer kleineren mechanischen Beschädigung der Pulverbeschichtung kann die darunterliegende Schicht freigelegt werden. Befindet sich unter der Pulverbeschichtung jedoch eine Feuerverzinkung, liegt unter der beschädigten Stelle nicht sofort ungeschützter Stahl: Dort befindet sich weiterhin die Zinkschicht, die zusätzlichen Korrosionsschutz bietet.
Ohne eine vorgelagerte Verzinkung können hingegen bereits kleinere Beschädigungen zu Unterrostungen führen, die sich anschließend weiter ausbreiten können.
Und genau das ist für uns als Käufer eigentlich der wichtigste Satz dieses Artikels: Wir verlassen uns nicht auf eine einzige Schutzschicht. Wird die äußere Beschichtung leicht beschädigt, befindet sich darunter noch ein zweites Korrosionsschutzsystem.
Genau deshalb kann ein Duplex-System die Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit von Stahlbauteilen erheblich erhöhen.
Wer noch mehr darüber erfahren möchte, welche Qualitätsanforderungen und Lösungen zum Korrosionsschutz hinter den RANKO Produkten stehen, findet weitere Informationen unter RANKO Qualität.
Und damit sind wir wieder beim Sparen
Wenn wir verschiedene Zäune miteinander vergleichen, ist der Preis meistens einer der ersten Punkte, auf die wir schauen.
Das ist vollkommen verständlich.
Der Preis am Tag des Kaufs sagt aber noch nicht unbedingt aus, was uns der Zaun langfristig kosten wird.
Wenn ich heute etwas weniger bezahle, den Zaun aber nach einigen Jahren reparieren, neu beschichten oder sogar ersetzen muss, habe ich am Ende möglicherweise überhaupt nichts gespart.
Deshalb ist es uns bei Draht Renker wichtig, Produkte anzubieten, mit denen unsere Kunden nicht nur am ersten Tag, sondern auch Jahre später noch zufrieden sind.
Natürlich gehört zu einer langen Lebensdauer nicht nur die Oberflächenbehandlung. Auch die Ausführung und Drahtstärke der Doppelstabmatte spielen eine Rolle. Wer beispielsweise noch nicht weiß, ob eine Doppelstabmatte 6/5/6 oder 8/6/8 die richtige Wahl ist, findet dazu einen ausführlichen Beitrag in unserem Blog.
Dort erklären wir auch den Korrosionsschutz der Doppelstabmatte DECO und zeigen damit, welche Unterschiede es beim Aufbau und Oberflächenschutz verschiedener Doppelstabmatten geben kann.
Welche Zaunlösung die richtige ist, hängt natürlich auch davon ab, wo und wofür sie eingesetzt werden soll. Unter RANKO Anwendungsgebiete finden Sie weitere Informationen zu verschiedenen Einsatzbereichen.
Und was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun?
Für uns ist Langlebigkeit nicht nur eine wirtschaftliche Frage.
Was wir länger nutzen können, müssen wir später ersetzen und entsorgen.
Deshalb achten wir bei der Zusammenstellung unseres Produktsortiments auch auf die Lebensdauer. Wir möchten möglichst wenig unnötigen Abfall verursachen und Produkte anbieten, die nicht bereits nach wenigen Jahren ersetzt werden müssen.
Vielleicht ist deshalb einer der einfachsten Spartipps beim Zaunkauf gleichzeitig auch einer der nachhaltigsten:
Schauen Sie nicht nur darauf, was ein Zaun heute kostet. Schauen Sie auch darauf, was ihn schützt – und wie lange Sie ihn nutzen möchten.
Denn einen guten Zaun planen wir nicht für ein oder zwei Jahre.
Sondern damit er bleibt.
Langfristig sparen beginnt bei der Qualität
Beim Zaunkauf lohnt es sich, nicht nur auf den Anschaffungspreis zu achten. Eine hochwertige Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung schützen den Stahl langfristig vor Korrosion und können teure Reparaturen oder einen frühzeitigen Austausch vermeiden.
Wer von Anfang an auf einen geeigneten Korrosionsschutz und eine zum Einsatzbereich passende Ausführung achtet, spart langfristig Geld – und entscheidet sich gleichzeitig für eine nachhaltigere Lösung. Denn ein guter Zaun soll nicht nur heute gefallen, sondern viele Jahre zuverlässig bleibenWenn Sie noch unsicher sind, welcher Zaun, welche Ausführung oder welche Materialstärke für Ihr Projekt die richtige ist, nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir helfen Ihnen gerne dabei, die passende Lösung zu finden.